Andachten

Kurz innehalten. Sich für einen Moment besinnen, woher wir eigentlich kommen, was wichtig ist im Leben. Dabei helfen uns kurze Andachten. Die Pastorinnen und Pastoren des Kirchenkreises Rotenburg verfassen jede Woche zwei Zeitungsandachten für die Rotenburger Rundschau und die Rotenburger Kreiszeitung. Wir veröffentlichen sie hier und schaffen damit ein Archiv, auf das Sie zurückgreifen können, wann immer Sie möchten. Denn: Ihre Zeitung werfen Sie irgendwann in den Papierkorb. Die Andachten behalten jedoch ihre Gültigkeit jenseits der Tagesaktualität.

Seiten

Datum
Titel
Name
So. 29.03.20
Gottesdienst
Andrea Wauer-Höflich
Gottesdienst

12 Darum hat auch Jesus, damit er das Volk heilige durch sein eigenes Blut, gelitten
draußen vor dem Tor. 13 So lasst uns nun zu ihm hinausgehen vor das Lager und
seine Schmach tragen. 14 Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die
zukünftige suchen wir.

Predigt zum Sonntag Judika, 29.03.2020

1. Drinnen und Draußen in der Kindheit
Eine schemenhafte Narbe an meinem linken Knie erinnert mich an den Friedhof meiner
Kindheit. Ich war ungefähr 9 Jahre alt, als ich sie mir geholt habe.
Im Sommer war es meine Aufgabe, Abends zum Friedhof zu fahren und das Grab der
Urgroßeltern zu gießen: den Buchs und die ewige Liebe,.
Ich mochte diese Sommerabende, wenn die Hitze nachgelassen hatte,
wenn die Luft körperwarm war und nur noch der Asphalt die Hitze ausstrahlte,
wenn die Fenster der Häuser aufgingen und alle durchatmen konnten, - vor allem die
Alten.Sie schauten dann aus den Fenstern, saßen auf den Bänken vor dem Haus oder auf
der vor dem Friedhof unter der Linde.
Ich bin immer mit dem Fahrrad gefahren, die Gießkanne rechts am Lenker.
Gewissenhaft habe ich dann die Blumen gegossen, vereinzelte Unkräuter habe ich heraus
gezupft, bin auf dem Kiesweg viele Male hin und her gelaufen: Wasserstelle- Grab, Grab-
Wasserstelle.Ich habe gegossen und die verblühten Teile der Blumen abgebrochen.
An diesem einen bestimmten Abend habe ich nach getaner Arbeit mein Fahrrad von der
Friedhofsmauer geholt, hab die grüne Gießkanne an den Lenker gehängt, wie immer, und
bin aufgestiegen. Es hat nicht lange gedauert - ich weiß auch nicht mehr wie - da verhakt
sich der Aufsatz der Gießkanne im Vorderrad und ich stürze auf die Straße, liege da,
rapple mich wieder auf - Tränen in den Augen, Kloß im Hals - das Knie blutig geschlagen
und voller kleiner Steine…
Nach Hause habe ich es fahrradschiebend geschafft -
der Arzt hat dann die Steine entfernt, mit der Pinzette,
hat die Wunde gereinigt und geklammert - …
Ein Friedhofsbesuch, der mir in Erinnerung blieb:
Der Friedhof - mitten im Dorf!
Seit den End-60ern liegen die Toten nun draußen, vor dem Dorf.
Diesen Umzug des Friedhofs hinaus hat das Kreuz mitgemacht:
So lasst uns nun zu ihm hinausgehen vor das Lager und seine Schmach tragen.
2. Draußen und Drinnen - das Kreuz
Der Weg aus der Kapelle führt direkt auf das Kreuz zu:
Roter Sandstein,
der Körper des toten Jesus daran.
Wind und Wetter ausgesetzt,
hängt er da,
draußen vor der Kapelle,
drinnen, innerhalb der Friedhofsmauern.
Umfriedet - eingefriedet.
Die meisten gehen einfach an ihm vorbei,
holen Wasser, pflanzen Stiefmütterchen,
harken den Weg oder schleppen Verblühtes zum Container.
Selten bleibt jemand stehen,
so hängt er da.
Man kann sich an diesen Verbrechertod gewöhnen.
Auf dem Friedhof.
Draußen vor dem Gotteshaus
draußen vor dem Ort
draußen am Unort.
Man kann an der Schmach vorbeigehen,
An den Schmerzen, am Sterben, am Tod.
Auch in der sozialen Distanzierung im Inneren
kann man das Elend draußen lassen und anderes tun.
Man kann sich an diese Schmach gewöhnen:
An das Lager Moria und an all die Flüchtlinge an den Außengrenzen der EU,
an die Nachrichten darüber, dass diese Coronakrise - ja auch sie - den Schwächsten
am meisten zu schaffen macht.
Drinnen die, die auskommen mit dem Einkommen,
Draußen die Jugendlichen ohne Internet und Unterstützung bei den Schulaufgaben.
Man kann sich gewöhnen:
An die provisorischen Krankenhäuser in Militärzelten oder Messehallen,
an die Eislaufhallen mit den zu kühlenden Toten.
Wie viel Schmach kann ein Mensch ertragen? Ohne darunter zusammen zu brechen?
Wie viel Leid kann ein Mensch tragen? Ohne dabei zu Boden zu gehen?
Wieviel Schmach und Leid?
Innerlich und äußerlich.
Drinnen und draußen gibt es Unorte -
Alles keine Frage des Raums,
vielmehr eine Frage des Standpunktes.
Es ist unbequem, Leid zu tragen - das hat Jesus schon dem Petrus gesagt.
Es macht fertig, geschmäht zu werden.
Menschlich meint: Leiden und Schmach vermeiden.
Göttlich meint, Schmach und Leid zu tragen.
So hängt Jesus da,
umfasst alles Leiden, alle Schmach dieser Welt:
alle Verwüstungen drinnen und draußen -
Er hält sie zusammen
an seinem Kreuz.
Sie zerren an ihm nach oben und unten
nach links und nach rechts
In alle Himmelsrichtungen.
Fast am Zerreissen
macht er sich zum Unort
für alle Unorte dieser Welt.
So lasst uns nun zu ihm hinausgehen vor das Lager und seine Schmach tragen.
3. Drinnen und draußen vereint
Auf dem zylinderförmigen Grabstein sitzt eine Figur, lang, schmal, die Hände links und
rechts neben sich aufgestützt, den Kopf gesenkt. Der Blick geht zur Erde.
Ihre Körperhaltung drückt aus, was so manchen im Moment beschleicht:
Niedergeschlagenheit, Mutlosigkeit, Einsamkeit, innerer Stress:
Bei der Oma, die auf Enkelbesuch verzichten muss,
Bei etlichen Mitgliedern von Gemeindekreisen und - gruppen, die sich nicht wie gewohnt
im Gemeindehaus treffen können,
Bei Konfis, deren Konfirmation verschoben werden musste,
Bei Brautpaaren, die ihre Hochzeit nicht feiern konnten und Familien keine Taufe.
Und wie geht es Chormitgliedern, die nicht mehr zusammen proben ( aber hoffentlich
zuhause singen!?),
Wie geht es Jubilaren, die Geburtstagsbesuche nur unter der Türe bekommen - mit
Zuwinken
und Jubelpaare, denen am Telefon gratuliert wird oder die ihre Feier ganz absagen - auch
die mit der engsten Familie.
Wir sind alle drinnen - seit einer Woche, bis auf Ausnahmen.
Kontakteinschränkung ist das Gebot der Stunde. Räumliche Distanz, wo Menschen doch
Beziehungswesen sind!- Und das Leben fährt auf Sicht…mit noch nicht absehbaren
Folgen! Wir sind in unseren Häusern und Wohnungen, manche sind im Garten vielleicht,
auf dem Fahrrad oder gehen spazieren - aber nie mehr als zwei, oder nur in Familie.
Wir sind alle drinnen, auf uns selber geworfen.
„Ich habe noch nie so viel gebacken und gekocht wie zurzeit“ - schreibt eine Bekannte,
„die Gefahr von häuslicher Gewalt und Missbrauch bei Kindern und Frauen steigt nach
einer Woche beträchtlich“- warnen Opfervertreter im Radio.
Wir sind alle drinnen, bei uns.
Mindestens einmal pro Tag aber gehe ich raus - abgesehen von meinen Runden mit dem
Hund.Zurzeit mache ich mich regelmäßig kurz vor 18 Uhr auf den Weg und schließe die
Kirche auf.Ich schalte das Licht an, drehe mich nach links und gehe in den Turm. Ich
warte auf den Uhrenschlag und drücke dann den kleinen weißen Schalter unserer kleinen
Glocke nach oben. 5 Minuten läutet sie dann, hell und schnell. Und ich stehe dann da und
denke an die Menschen draußen, in ihren Häusern und Wohnungen.
Ob sie die Glocke hören?
Ob einer das Vaterunser jetzt betet oder eine andere das Andachtsblatt von der Website
in die Hand nimmt und Hausandacht feiert?
Wir sind alle draußen jetzt - draußen, vor der Kirche:
die Konfis und die anderen Gottesdienstbesucher,
Mitarbeitende und Pastorin,
Kirchenmitglieder und Nichtkirchenmitglieder.
Wir sind alle draußen.
Unserer Autonomie beraubt, einen Überblick hat kaum jemand…
Es ist ein eigenartiges Gefühl, um 18 Uhr die Glocken zur Andacht zu läuten,
dann in den Altarraum zu gehen und alleine eine kurze Andacht zu feiern.
Ich stehe in der Andachtsecke: Vor meinem inneren Auge sitzen dann in den Bänken die
sonntäglichen Besucher, die meisten auf ihren Stammplätzen;
beim Blick auf die Osterkerze denke ich an die Täuflinge der vergangenen Wochen und
auf die Verstorbenen, für die wir Kerzen zum Gedenken an der Osterkerze entzündet
haben.Ich schaue zur Orgel und höre in mir ihren Klang.
Ja- in diese Viertelstunde bin ich drin - in der Kirche - die jetzt geschlossen ist.
Ich bin drin und doch bin ich draußen- wie alle anderen auch.
Wir sind draußen aus der Kirche, unserem bisherigen Gemeindeleben, ja vielleicht auch
aus unserem ganzen bisherigen Leben. Der Einkauf bei Fabisch am Samstag morgen
zeigt mir das ganz deutlich, wie das Virus unser Leben verändert, auf den Kopf gestellt
hat!
Wir sind draußen aus unserem Alltag, unserer Routine, unserer Geschäftigkeit - bis auf
die, die jetzt für uns „den Laden am Laufen halten“… Wir sind draußen -
Das ist traurig - und ich wie alle KollegInnen im Kirchenkreis und EKD- weit - wir
probieren neue Formen aus, versuchen anders Kontakt zu den Menschen zu halten - via
Internet, E-Mail, FB und Website. Aber da sind dann die draußen, die keinen Zugang zum
Netz haben. Und flattern Grußkarten am Schaukasten draußen will die keiner
mitnehmen.- Kirche scheint plötzlich kaum mehr sichtbar,
Gemeinde ist plötzlich ganz klein, Christen sind irgendwie schmächtig geworden -
eine Zielscheibe auch für Spott und mediales sich aufregen darüber, dass Kirche sich
klaglos in die Vorgaben des Staates einfügt.
So sind wir erst einmal draußen, vor der Kirche, vor dem Gemeindehaus, in unseren
Häusern und Wohnungen…
Die Schrecken dieser Zeit, Tod, Leiden und Schmerzen, verlacht und verspottet werden,
auf - sich- geworfen sein, und räumlich getrennt sein, das kennt Jesus, er hat es erlebt,
erlitten, da draußen vor der Stadt.
Diese Zeit ist wohl eine Zeit emphatisch zu werden und dünnhäutig zu sein,
- für all die, die den Tod vor Augen haben,
- für die, die krank sind und Schmerzen haben,
- für die, die von anderen unterdrückt und zum Gespött gemacht werden,
- für die, die auf sich geworfen sind
- für die, die jetzt keine Verbindung mehr nach draußen haben.
Diese Zeit ist eine Zeit, hinaus zu gehen, zum Kreuz, die eigene und die fremde
Ohnmächtigkeit zu tragen, die weit weg oder die nah dran. Diese Zeit ist eine Zeit
auszuhalten und mit zu leiden.
Und: Diese Zeit ist eine Zeit zu lernen, wie wir - auf den Kopf gestellt - anders Kirche
sein, anders für andere da sein können. Wir sind also dabei, Jesu Perspektive
einzunehmen und bei ihm zu stehen.
So lasst uns nun zu ihm hinausgehen vor das Lager und seine Schmach tragen.

KONTAKT

Andrea Wauer-Höflich

Arbeitsbereich in der Kirchengemeinde: 
Pastor/-innen
Andrea
Wauer-Höflich
Pastorin
Im Specken 3
27367
Ahausen
Tel.: 
04269-5288
So. 22.03.20
Gottesdienst
Andrea Wauer-Höflich
Gottesdienst

I. Corona
Es ist Freitag nachmittag, ich habe gerade ein Interview mit Christian Drosten gelesen.
Seit Montag lebe ich wie unzählige andere im Land, in Europa - ja weltweit - unter sehr
veränderten Bedingungen.
Ich kann gut für mich allein sein - konnte ich schon als Kind. Da hat mir ein Buch als Begleitung
gereicht - oder mein Hund.
Aber nach nun fast einer Woche ohne direkten Sozialkontakt frage ich mich schon, wie lange das
gehen soll?
Das weiß auch Christian Drosten nicht - er verweist immer wieder darauf, dass er Virologe und
kein Politiker ist.
Wir wissen es wahrscheinlich alle nicht, wie lange dieser Ausnahmezustand dauern wird - erst
einmal geht es immer noch darum, dass die Kurve der Infektionen abgeflacht wird.
Und ob die einschneidenden Maßnahmen etwas bringen, bzw. gebracht haben wird man wohl
erst um Ostern herum sehen können…
Vermutlich werden wir ein ganzes Jahr in einem außerordentlichen Zustand verbringen -
ich kann mir das noch gar nicht vorstellen.
Ob ich meinen Schülern über Mitte April hinaus noch Aufgaben via Netz zuschicke?
Christian Drosten hat angemahnt, dass wir uns mit den Schulen etwas einfallen lassen müssen…
Ob wir den Seniorenkreis dieses Jahr überhaupt noch statt finden lassen können?
Der Virologe überlegt, ob Enkel sich künftig erst einmal testen lassen bevor sie zu Oma und Opa
fahren.
Wann werden wir wieder Gottesdienst feiern?
Wenn annährend 60 - 80 % infiziert waren und dann Antikörper ausgebildet haben, dann werden
sie künftig höchstens eine Erkältung durch das Virus bekommen.
Wann geht es mit den Konfis und den Smarties weiter?
Wann trifft sich der KiGo wieder und der Besuchsdienstkreis?
Ich hoffe auf Nachjustierungen - wie manche Politiker so schön sagen…
Wie lange also solch außerordentliche Zeiten?
Ich weiß es nicht - wir wissen es nicht!
Unsicherheit macht nervös.
Unsicherheit stresst.
Unsicherheit macht auch niedergeschlagen.
Und dabei ist das so andere Leben noch nicht mal eine Woche alt-
Dinge, die ich noch am letzten Sonntag gemacht oder gedacht habe, nicht mehr vorstellbar.
Und die Mitarbeiterin des Bestattungshauses sagt mir am Dienstag:
„Ich hätte vor drei Tagen nicht gedacht, dass ich einmal so denken würde.“
Am Freitag lese ich später noch die schlimmen Nachrichten aus Bergamovon
der Kollegin der Waldenserkirche in Mailand:
Bergamo ist die am schlimmsten betroffene Stadt. Fast 400 Tote in 7 Tagen. Selbst die Bestatter
schaffen kaum mehr ihre Arbeit. Die Särge werden in Kirchen untergebracht, weil in den
Leichenhäusern kein Platz mehr ist. 8 Priester sind dort inzwischen gestorben, dem
protestantischen Kollegen geht es Gott sei Dank noch gut. 4 Menschen seiner Gemeinde (ca. 250
Gemeindeglieder) sind am letzten Wochenende gestorben. Eine Beerdigung war nicht erlaubt, bei
manchen war es möglich, dass der Pfarrer in den Tagen vor dem Tod am Telefon gebetet hat.
Wenn eine Person stirbt, dann ist zumeist die ganze Familie in Quarantäne. Alle leiden unter
Einsamkeit! Brescia und Cremona sind auch in einer sehr kritischen Lage; in Mailand selbst gibt es
bisher noch nicht ganz so viele Fälle.
Die Welt liegt in Wehen.
Sie braucht jemand, der ihr die Hand hält,
der mit ihr tief ein- und ausatmet,
Ihr Mut zuspricht:
„Halte durch…“
Hier in Deutschland scheinen wir an einer solchen Stelle:
Dieses Wochenende - so sagen viele- wird zeigen, ob wir es packen und die Kurve abflacht oder
ob sie weiter nach oben geht und eine Ausgangssperre her muss.
Es ist mehr als kritisch!
Die Welt liegt in Wehen.
Sie braucht jemand, der ihr die Hand hält,
der mit ihr tief ein- und ausatmet,
Ihr Mut zuspricht:
„Halte durch, gleich, gleich - das Köpfchen ist schon zu sehen,
Weiter atmen, weiter pressen,
wenn das Köpfchen durch ist- kommt der Rest von alleine.“ - Hebammenspruch!
Bei der Geburt meines ersten Kindes hatte ich in dieser Situation kurz den Gedanken:
„Ihr habt alle gut reden. Mir reicht’s, ich geh jetzt heim -
bekommt ihr das Kind doch ohne mich!“
Eine Woche außerordentliche Zeit - und mich beschleicht das Gefühl:
Mir reicht es eigentlich -
macht ihr alleine weiter -
ich gehe jetzt in mein normales Leben zurück!
Aber wird es das normale Leben wieder geben?
„reset“ - und es geht wieder los und weiter wie gehabt?
Ich meine nicht,
andere meinen, eine veränderte Gesellschaft wird aus der Krise hervor gehen.
Wie damals in Jerusalem, nach Zerstörung, Not, Tod, Exil und Wiederkehr?
II. Jesaja
Jesaja malt ein Bild:
Da steht Gott neben Jerusalem,
hält ihr die Hand,
redet ihr gut zu -
sorgt für Frieden und gute Bedingungen- für das Baby „Israel“ , das da am ankommen ist,
das da als Volk ganz neu zur Welt kommt - nach schlimmen Zeiten und mit einem bescheidenem
Neubeginn!
Gott redet im Übergang
Zum Volk mit seinem schichten Tempel -
unter den Bedingungen der damaligen Welt - und die waren nicht nur rosig.
Es ist ein Neuanfang! Trotz und mit alledem.
Gott hält seinem Volk die Hand, redet ihm gut zu, tröstet es:
10 Freut euch mit Jerusalem, und jauchzt über sie, alle, die ihr sie liebt!
Frohlockt von Herzen mit ihr, alle, die ihr um sie trauert!
11 Damit ihr trinkt und satt werdet an der Brust ihres Trosts, damit ihr schlürft und euch erquickt
an ihrer prall gefüllten Mutterbrust.
12 Denn so spricht der HERR: Sieh, wie einen Strom leite ich den Frieden zu ihr und den
Reichtum der Nationen wie einen flutenden Fluss, und ihr werdet trinken, auf der Hüfte werdet ihr
getragen, und auf den Knien werdet ihr geschaukelt.
13 Wie einen, den seine Mutter tröstet, so werde ich euch trösten, und getröstet werdet ihr in
Jerusalem.
14 Und ihr werdet es sehen, und euer Herz wird frohlocken, und eure Knochen werden erstarken
wie junges Grün. Und die Hand des HERRN wird sich bekannt machen bei seinen Dienern und
sein Zorn bei seinen Feinden. (Züricher Übersetzung)
III. Welt im Werden
„Ihr habt alle gut reden“ - wir feiern Corona-Party oder halten unser Kaffekränzchen wie eh und
jeh. Das alles gab’s. Aussteiger aus oder „Nie Einsteger“ in diese schwierige Zeit, das ist noch
nicht so lange her! Seid ihr noch bei Trost? -
Die Welt liegt in Wehen -
Sie braucht jemand, der ihr die Hand hält,
der mit ihr tief ein- und ausatmet,
Ihr Mut zuspricht:
„Halte durch, gleich, gleich - das Köpfchen ist schon zu sehen,
Weiter atmen, weiter pressen,
wenn das Köpfchen durch ist- kommt der Rest von alleine.“ Hebammenspruch?
Gott steht neben seiner Welt,
Er hält uns die Hand,
Redet uns gut zu
Wie eh und je
Seufzt mit uns
Atmet in uns
tröstet uns:
„Ich will euch trösten wie einen seine Mutter tröstet“ -
Diese Gottes Worte singen und klingen in mir
In allerschönsten Tönen
Singen von der neuen Welt Gottes
Ich höre Jesajas Worte nie ohne die Töne aus Brahms Requiem
sie sind mir Ohrwurm, Herzwärmer, Seelentrost, seit langer Zeit,
auf schwierigen Wegstrecken, bei Trauernden und an den Gräbern, in trostlosen Zeiten.
Ein bisschen vom Köpfchen dieser neuen Trost - Welt habe ich am Freitag Nachmittag gesehen -
Da hat auch jemand ein Bild gemalt:
von der neuen Welt
die gerade geboren wird,
bescheiden vielleicht,
Und unter den Bedingungen dieser Welt, zu Zeiten von Corona,
inmitten von Krankheit und Tod, Ausnahmezuständen und Einschränkungen,
geschlossenen Grenzen und Flüchtlingslagern:
Es könnte sein, dass in Italiens Häfen die Schiffe für die nächste Zeit brach liegen, ... es kann aber
auch sein, dass sich Delfine und andere Meereslebewesen endlich ihren natürlichen Lebensraum
zurückzuholen dürfen. Delfine werden in Italiens Häfen gesichtet, die Fische schwimmen wieder in
Venedigs Kanälen!
Es könnte sein, dass sich Menschen in ihren Häusern und Wohnungen eingesperrt fühlen, ... es
kann aber auch sein, dass sie endlich wieder miteinander singen, sich gegenseitig helfen und seit
langem wieder ein Gemeinschaftsgefühl erleben. Menschen singen miteinander!!!
Es könnte sein, dass die Einschränkung des Flugverkehrs für viele eine Freiheitsberaubung
bedeutet und berufliche Einschränkungen mit sich bringt,... es kann aber auch sein, dass die Erde
aufatmet, der Himmel an Farbenkraft gewinnt und Kinder in China zum ersten Mal in ihrem Leben
den blauen Himmel erblicken. Sieh dir heute selbst den Himmel an, wie ruhig und blau er
geworden ist!
Es könnte sein, dass die Schließung von Kindergärten und Schulen für viele Eltern eine immense
Herausforderung bedeutet,...es kann aber auch sein, dass viele Kinder seit langem die Chance
bekommen, endlich selbst kreativ zu werden, selbstbestimmter zu handeln und langsamer zu
machen. Und auch Eltern ihre Kinder auf einer neuen Ebene kennenlernen dürfen.
Es könnte sein, dass unsere Wirtschaft einen ungeheuren Schaden erleidet,... es kann aber auch
sein, dass wir endlich erkennen, was wirklich wichtig ist in unserem Leben und dass ständiges
Wachstum eine absurde Idee der Konsumgesellschaft ist. Wir sind zu Marionetten der Wirtschaft
geworden. Es wurde Zeit zu spüren, wie wenig wir eigentlich tatsächlich brauchen.
Es könnte sein, dass dich das auf irgendeine Art und Weise überfordert, ... es kann aber auch
sein, dass du spürst, dass in dieser Krise die Chance für einen längst überfälligen Wandel liegt,
- der die Erde aufatmen lässt,
- die Kinder mit längst vergessenen Werten in Kontakt bringt,
- unsere Gesellschaft enorm entschleunigt,
- der Müllberge zumindest einmal für die nächsten Wochen reduziert,
- und uns zeigt, wie schnell die Erde bereit ist, ihre Regenaration einzuläuten, wenn wir
Menschen Rücksicht auf sie nehmen und sie wieder atmen lassen.
- die Geburtsstunde für eine neue Form des Miteinanders sein kann,
- der schon das Köpfchen einer positiv veränderten Gesellschaft zum Vorschein bringt
- Der uns als Gemeinde unser Trostamt wahrnehmen lässt, mit Worten und tatkräftig.
Es hängt auch an uns Christenmenschen, wie die Welt, die da im Werden ist, aussehen wird.

KONTAKT

Andrea Wauer-Höflich

Arbeitsbereich in der Kirchengemeinde: 
Pastor/-innen
Andrea
Wauer-Höflich
Pastorin
Im Specken 3
27367
Ahausen
Tel.: 
04269-5288
So. 19.01.20
Wochenspruch
Kirchenbüro Fintel
Wochenspruch

Von seiner Fülle haben wir genommen Gnade um Gnade.

Johannes 1,16

KONTAKT

Kirchenbüro Fintel

Arbeitsbereich in der Kirchengemeinde: 
Kirchenbüro
Kirchenbüro Fintel
Rotenburger Straße 11
27389
Fintel
Do. 31.10.19
Tempolimit?
Haike Gleede
Tempolimit?

Der deutsche Bundestag hat sich gegen ein Tempolimit auf den Autobahnen ausgesprochen. Deutschland bleibt das einzige EU-Land, in dem es keine Geschwindigkeitsbegrenzungen gibt. Jeder fährt so schnell er will und kann. Verkehrssicherheit und Klimaschutz scheinen für die Befürworter kein Argument zu sein.

Für mich ist diese Entscheidung gegen eine Geschwindigkeitsbegrenzung ein Spiegel unserer Gesellschaft. Viele Menschen stehen unter Druck. Immer schneller, immer effizienter soll es gehen. So schnell wie möglich das Ziel erreichen, scheint lebenswichtig zu sein. Manchmal wird mir Angst und Bange, wenn ich risikoreiche Überholmanöver beobachte oder mir ein Drängler dicht hinten auffährt, weil ihm 140km/h noch nicht schnell genug ist auf der Überholspur. Wie viel Lebensenergie kostet das!

Gleichzeitig klagen viele: Die Zeit geht so schnell vorbei. Wo ist sie nur geblieben? „Die Zeit vergeht nicht schneller als früher, aber wir laufen eiliger an ihr vorbei.“ schreibt George Orwell George (1903-1950).

Lebenszeit ist begrenzt, aber wer sie sparen will, gewinnt nichts. Durch rastloses Eilen holen wir die Zeit nicht ein.

Die Frage ist doch: Wie fülle ich meine Lebenszeit und welche Spuren hinterlasse ich auf dieser Erde – nur eine Staubwolke oder ein freundliches Lächeln. Mit der Zeit gehen, jeden Moment bewusst wahrnehmen und jeden Schritt achtsam setzen, das bringt mich an das Ziel, das Gott für mich bereitet hat. In der Bibel heißt es:

Siehe, ich sende einen Engel vor dir her, der dich behüte auf dem Wege und dich bringe an den Ort, den ich bereitet habe.“ 2. Mose 23, 20

Geben wir unserem Engel eine Chance!

KONTAKT

Haike Gleede

Arbeitsbereich in der Kirchenregion: 
Pastor/-innen
Haike
Gleede
Pastorin
Kirchstraße 6
27367
Horstedt
Tel.: 
(04288) 320
So. 01.09.19
Suche Frieden und jage ihm nach!
Anja Bohling
Suche Frieden und jage ihm nach!

Heute vor 80 Jahren begann der zweite Weltkrieg mit dem Angriff Deutschlands auf Polen. Dokumentationen allerorts erinnern an diesen Tag, von dem an Millionen von Menschen sterben sollten. Noch mehr litten an den furchtbaren Folgen und leiden immer noch. Manche mögen genervt sein, immer wieder daran erinnert zu werden, was „damals“ war. Ich gehöre gern zu den Nervenden, weil ich ins Bewusstsein rufen möchte, dass Frieden zerbrechlich ist. Die politische Stimmung in aller Welt ist brisant, so manches Pulverfass brodelt. Und bei uns im Land stellt sich die Frage, wie stark der Einfluss der AfD nach den heutigen Landtagswahlen in Sachsen und Brandenburg sein wird? Anfang September schon fast vergessen, aber täglich aktuell ist die Jahreslosung für dieses Jahr: „Suche Frieden und jage ihm nach!“ (Psalm 34,15). Wir hatten dieses Motto auf unserer Jugendfreizeit „ticket to go!!“ in den Sommerferien: Wir haben Orte in Niedersachsen aufgesucht, die mit (Un-)Frieden zu tun haben: Wilhelmshaven mit seiner militärischen Vergangenheit und seiner Marine der Gegenwart. Friedland mit seinem Grenzdurchgangslager und dem Museum, das von den Menschen erzählt, die Krieg erlebt haben und auf der Suche nach Frieden waren bzw. sind. An allen Orten sind wir zu dem Schluss gekommen, dass Frieden nur bei uns selbst beginnen kann. Ich muss da aktiv werden, wo ich im Kleinen etwas für den Frieden tun kann: Mich heute mal nicht von meinem anstrengenden Nachbarn ärgern lassen. Im Straßenverkehr „defensiv Auto fahren!“ wie es mein Fahrlehrer gern gesagt hat. Der Freundin die neuen Schuhe gönnen. Nichtiger Kleinkram? Nein. Schwer umzusetzen? So manches Mal... Aber nötig! Denn Frieden kann nur bei mir anfangen. Wenn ich mit mir selbst und meinem nahen Umfeld Frieden schließen kann. Wo fangen Sie heute an, Frieden zu suchen?

KONTAKT

Anja Bohling

Arbeitsbereich in der Kirchenregion: 
Diakon/-innen
Anja
Bohling
Diakonin
Kirchstraße 9
27367
Sottrum
Tel.: 
(04264) 836241
Mo. 01.04.19
Jesus Christus spricht: Siehe, ich bin bei…
Monatsspruch
Jesus Christus spricht: Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.

Jesus Christus spricht: Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.
Mt 28,20 (L) 

 

Bisherige Predigten oder Andachten finden Sie unter:
https://www.kirche-rotenburg.de/leben-glauben/geistliche-impulse/andachten

 

 

BILDER
KONTAKT
So. 03.03.19
„Mal ehrlich“ – sieben Wochen ohne Lügen
Anja Bohling
„Mal ehrlich“ – sieben Wochen ohne Lügen

Die weißen Spitzenkniestrümpfe, die ich von Tante Marga als Sechsjährige geschenkt bekam, mochte ich überhaupt nicht. Das sagte ich ihr ganz ehrlich, was meine Mutter nicht gut fand. Sie raunte mir zu, dass ich das so deutlich nicht sagen und mich lieber dafür bedanken muss.

Ich verstand nicht, was daran falsch war, die Wahrheit zu sagen. Sonst war es doch immer wichtig gewesen, ehrlich zu sein. Auch heute als Erwachsene sträube ich mich dagegen, aus Höflichkeit „diplomatisch“ zu sein. Da sind wir schnell beim Kern der Sache: Wann fange ich an, jemanden anzulügen?

Wenn ich höflich sein und Tante Marga nicht verletzten möchte? Wenn ich mir beim Sport einen Vorteil verschaffen will und das Handspiel dementiere? Wenn ich meine Nachbarin vor einer harten Wahrheit schützen will? Wenn ich feige bin und nicht zu dem stehe, was ich verbockt habe? Wenn ich jemandem bewusst schaden will und Unwahrheiten verbreite?

Ganz klar: Es gibt Abstufungen beim Lügen, schädliche und unschädliche Lügen. Ich weiß als Christin aber auch, was in den 10 Geboten steht: „Belügt einander nicht.“ Aber: Die Wahrheit zu sagen, ist oft ein Abwägen von Schaden und Bewahren. Es geht immer um menschliche Beziehungen und darum, welche Absicht ich mit dem verfolge, was ich sage. Das Gebot ist eine Grundlage für mich: Geh so mit anderen um, rede so mit anderen, dass du kein Unrecht tust und Beziehungen zerstörst.

Jedes Jahr gibt es von Aschermittwoch bis Ostern eine Fastenaktion der evangelischen Kirche. In diesem Jahr werden wir eingeladen, in den sieben Wochen bis Ostern aufs Lügen zu verzichten. Denn Fasten bedeutet Verzicht und soll frei machen. Probieren Sie es aus und versuchen Sie, sieben Wochen aufs Lügen zu verzichten. Wie das gehen kann, erfahren Sie unter https://7wochenohne.evangelisch.de/

Und ich nehme mir vor zu üben, wie man Höflichkeit und Wahrheit miteinander in Einklang bringen kann, damit ich auf künftige Geschenksituationen vorbereitet bin.

 

KONTAKT

Anja Bohling

Arbeitsbereich in der Kirchenregion: 
Diakon/-innen
Anja
Bohling
Diakonin
Kirchstraße 9
27367
Sottrum
Tel.: 
(04264) 836241
Di. 01.01.19
Gott spricht: Meinen Bogen habe ich gesetzt…
Monatsspruch
Gott spricht: Meinen Bogen habe ich gesetzt in die Wolken...

Gott spricht: Meinen Bogen habe ich gesetzt in die Wolken; der soll das Zeichen sein des Bundes zwischen mir und der Erde.

Gen 9,13 (L)

 

KONTAKT
So. 25.11.18
Wie weit ist mein Horizont?
Thomas Steinke
Wie weit ist mein Horizont?

Kopfkino: Ich stehe am Meer, frische Luft, gelblich-roter Himmel, der Horizont eine klare Linie, hinter der die Sonne als feuriger Ball verschwindet. Ich liebe es, diese Weite. Sie stellt mein kleines Leben und meine kleine Welt in einen großen Zusammenhang.

Auf einmal tauche ich wieder auf, mitten in meinem Alltag. In meiner privaten Welt, in der es um meine Familie, um mich, um unsere Freundinnen und Freunde geht. In der sich alles um unser persönliches Wohlergehen dreht. Zumindest in dem Sinn, dass die Dinge funktionieren und wir größere Katastrophen möglichst von uns fernhalten. Mein Horizont: Bis zum Gartenzaun?

Und manchmal auch nur bis zum Abend? Weil jeder Tag seine eigenen Herausforderungen hat und mich voll und ganz fordert. Abarbeiten von Listen, was alles zu erledigen ist. Leben von der Hand in den Mund.

Auch gesellschaftlich? Wie weit ist unser Horizont da eigentlich? Setzen wir uns nur für unsere eigene Berufs- oder Interessensgruppe ein, für unsere eigene Altersgruppe? Was ist mit den anderen? Mit den nachfolgenden Generationen oder mit den alten Menschen? Und mit denen hinter unserer Landesgrenze oder die von dort zu uns gekommen sind?

Und unser kirchlicher Horizont, reicht der nur bis zum eigenen Kirchturm? Und die Nachbargemeinden, die anderen Konfessionen oder die Menschen anderer Religionen und Weltanschauungen interessieren uns nicht wirklich?

In diesen Tagen zwischen Volkstrauertag und Ewigkeitssonntag tritt sie uns entgegen, die Frage nach unserem Horizont. „Herr, lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, damit wir klug werden“, heißt es in Psalm 90, Vers 12. Im Horizont meines begrenzten Lebens rücken sich die Dinge heilsam zurecht. Überlege ich, was mir wirklich wichtig ist. Wofür und wem ich verantwortlich bin. Wozu ich eigentlich lebe, worauf ich am Ende einmal zurückblicken möchte: Dass Menschen Vorrang haben vor Dingen, dass Beziehungen wichtiger sind als alles Materielle. Dass der Horizont meiner Verantwortung weiter ist als meine engen Grenzen. Dass ich nicht zuerst als Vertreter der Institution Kirche in Erinnerung bleiben möchte. Sondern als Freund von Jesus Christus, durch den andere etwas von seiner Liebe erfahren haben.

Und doch ist die Grenze meines eigenen Todes nicht der letzte Horizont für mich: Hinterm Horizont geht's weiter. Darum nochmals Kopfkino – nein, viel mehr: Versprechen des auferstandenen Jesus Christus an alle, die ihm vertrauen: „Wenn die Sonne Deines Lebens sinkt, dann werde ich da sein. Hinterm Horizont warte ich auf Dich, in der neuen Welt Gottes, in der Ewigkeit.“
Was für ein grenzenloser Horizont! Ich liebe diese Weite!

KONTAKT

Thomas Steinke

Arbeitsbereiche im Kirchenkreis: 
Mission, Ökumene und Partnerschaft
Thomas
Steinke
Pastor für Gemeindeinnovation in den Kirchenkreisen Rotenburg und Bremervörde-Zeven
Querweg 2a
29640
Schneverdingen
Tel.: 
(05193) 9662586
So. 17.06.18
Es war mir ein Vergnügen
Haike Gleede
Es war mir ein Vergnügen

Es war mir ein Vergnügen

Es ist heiß, der Aufstieg auf den Berg ist mühsam. Viele nehmen diese Plage heute auf sich. Auf einer Wiese versammeln sie sich. Gespannt lauschen sie den Worten des Bergführers.

Sein Blick schweift über das Land, das sich nach dem Regen verwandelt hat.

Unzählige wilde Blumen verzaubern Berg und Tal. Was sonst über den langen, heißen Sommer trocken und brach da liegt – erwacht zu neuem Leben. In bunten Farben wiegen sich Blüten und Gräser im Wind. Eine traumhafte Landschaft, wie man sie nur in dieser Jahreszeit erleben kann.

Jesus schaut in die erwartungsvollen Augen seiner Zuhörer.

Sie hatten von dem neuen Wanderprediger aus Nazareth schon gehört. Das hat sie neugierig gemacht. Konnte er Antworten geben auf ihre Lebensfragen, ihre Gier nach Erfüllung stillen.

Jesus spricht in anschaulichen Bildern.

„Seht, die Vögel. Seht, die Lilien auf dem Feld in all ihrer Pracht. Seht euch an.“

Er kennt die Sorgen der Leute, wie sie im Schweiße ihres Angesichtes ihr Brot essen.

Und dann geht es ihnen noch gut. Aber was, wenn es keine Arbeit gibt, kein Geld, kein Brot – wovon sollen sie ihre Familie ernähren. Ein Dach über dem Kopf, etwas zum Anziehen und eine Mahlzeit auf dem Tisch – das ist das mindeste, was der Mensch zum Leben braucht. Aber das kann doch nicht alles sein, was Gott für uns bereithält.

„ .. und was daran köstlich scheint, ist doch nur vergebliche Mühe; denn es fährt schnell dahin, als flögen wir davon.“ Heißt es in den Psalmen (Ps 90)

Luther übersetzte: "und wenn's köstlich gewesen ist, so ist's Mühe und Arbeit gewesen".

Jesus sieht die müden Gesichter, erschöpft vom täglichen Überlebenskampf. Es ist nicht die Arbeit, die ihnen ihre Kräfte raubt – es ist die innere Unruhe, die Angst, dem Leben nicht gerecht zu werden und sich selbst zu verlieren.

„Sorgt nicht um euer Leben!“ ruft Jesus.

Sorgen – ja die hatten sie, jede Menge Sorgen um die großen und die kleinen Dinge des Lebens.

Die politischen Verhältnisse im Land, die Zukunft der Kinder, darum wie sie ihre Familie ernähren und wie sie in dieser Welt überleben sollen.

Sie machen müde – die Gedanken um die vielen kleinen alltäglichen Dinge, aber auch die Sorge um das große Ganze und die Zukunft. Jesus predigt Gelassenheit und verweist auf die Blumen des Feldes.

Wenn Gott schon die Blumen des Feldes edler kleidet als einen König, um wie viel mehr wird er sich um die Menschen kümmern.

Spricht die Bibel vom Gras, so können wir uns darunter eine ganze Blumenwiese vorstellen. Vergleichbar mit den Blühstreifen, die gelegentlich an Acker – und Wegesrändern wachsen. Die Blumen – sie zeigen die Schönheit und die Vielfalt der Schöpfung.

Dazu gehört der Klatschmohn. Er veranschaulicht besonders die Vergänglichkeit der Blütenpracht. Es ist ein Symbol für das Leben, das Werden und Vergehen.

Die Hundskamille setzt unzählige gelb-weiße Farbtupfer auf die Felder und zieht die Bienen an. Die Kornblume steht oft am Feldrand und fällt durch ihre blaue Farbe besonders auf: Ein Symbol für Reinheit und Treue. Eine verschenkte Kornblume wünscht Glück und Wohlergehen und bringt die Botschaft zum Ausdruck: "Auch wenn Du mich abweist, ich gebe die Hoffnung nicht auf.“

Die weiße Lilie ist die Königin unter den Blumen. Ihr Duft betört. Ihre Form beeindruckt. Sie steht für Jungfräulichkeit und Reinheit. Maria ist oft mit einer weißen Lilie dargestellt, oft wird sie ihr vom Engel Gabriel übereicht. Wer eine Lilie verschenkt, signalisiert dem Beschenkten Hochachtung und Zuneigung.

In Stein gemeißelt gehört sie übrigens auch zum Schmuck im salomonischen Tempel.

Die Zuhörer Jesu sind nachdenklich geworden. Auf die Blumen und die Vögel haben sich noch nie geachtet, zu sehr waren sie mit sich selbst beschäftigt.

Haben Sie sich wiedergefunden unter den Zuhörern der Bergpredigt?

Die Sorgen und Nöte, die Jesus hier anspricht, kennen wir. Sie gehören zu unserem menschlichen Dasein. So vieles beschäftigt uns. Sie macht müde die Sorge, wie ich mich ernähren soll – Vegan, vegetarisch oder einfach nur ausgewogen?

Welche Lebensmittel schaden mir, welche sind gesund, wie bleibe ich fit und gesund?

Sie macht müde die Sorge darum, wer in der Welt das Sagen hat, um Umweltschutz und Gleichstellung, um rechts oder links, um Macht und Ohnmacht, das Altwerden und Jungbleiben. Sie macht müde die Sorge darum, ob ich noch voll im Trend liege oder schon zum alten Eisen gehöre.

 

Das Angebot ist so reichhaltig, die Informationen so vielfältig.

Jeden Tag treffen wir tausende von Entscheidungen. Die meisten sind vollkommen unwichtig.

Da bleibt keine Zeit mehr einfach nur zu sein, wahrzunehmen, was schon ist, was ich nicht schaffen muss.

Darum suchen viele Menschen nach einem Ausgleich, nach einer neuen Tiefe für ihr Leben. Seit einigen Jahren sind Achtsamkeitsmeditation beliebt geworden. Das Bedürfnis sich wieder auf sich selbst zu konzentrieren.

Psychologen (Ulrich Ott von der Universität Gießen und Peter Malinowski von der Universität Liverpool.) beschreiben die positive Wirkung mit folgendem Bild:

"Ich gehe beim Meditieren auf einen Berg und schaue hinunter ins Tal. Das heißt, ich bin nun in einer Position, die ein bisschen dem Alltagsgeschäft enthoben ist und kann auf das Ganze herunterschauen." Dieser Abstand schafft Selbstvertrauen, dass "sich sogar die größten inneren Dramen wieder auflösen. Das führe langfristig zu mehr Zufriedenheit und Lebensfreude.

Jesus hat damals schon solch eine Achtsamkeitsmeditation mit den Leuten gemacht. Es ist sicher kein Zufall, dass er dazu mit ihnen auf einen Berg stieg und dort seine Bergpredigt hielt. Bis heute eine Quelle der Weisheit und der Kraft.

„Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen. Darum sorgt nicht für morgen, denn der morgige Tag wird für das Seine sorgen. Es ist genug, dass jeder Tag seine eigene Plage hat.“

Das ist der Vers, der mich schon so manches Mal gerettet hat.

Jeder Tag hat seine Plage und seine Freude. Eins geht nicht ohne das andere. Wer überleben will, wer etwas bewegen will, muss sich anstrengen, muss etwas investieren.

Natürlich – das ist so im Leben. Aber das allermeiste, was wir haben, ist uns geschenkt. Die Erfüllung des Lebens ist  es, das, was ich erarbeitet habe zu genießen. Und Gott gibt immer noch etwas obendrauf, wenn wir an seinem Reich bauen.

Lothar Zenetti hat das in einem Gedicht so beschrieben:

Es war mir ein Vergnügen

Einmal wird uns gewiss die Rechnung präsentiert für den Sonnenschein und das Rauschen der Blätter, die sanften Maiglöckchen und die dunklen Tannen,

für den Schnee und den Wind, den Vogelflug und das Gras

und die Schmetterlinge, für die Luft, die wir geatmet haben, und den Blick auf die Sterne

und für all die Tage, die Abende und die Nächte.

Einmal wird es Zeit, dass wir aufbrechen und bezahlen; bitte die Rechnung.

Doch wir haben sie ohne den Wirt gemacht:

Ich habe euch eingeladen, sagt der und lacht, soweit die Erde reicht:

Es war mir ein Vergnügen! (Lothar Zenetti)

 

Heute ist Kräutertag. Da dreht sich alles um Kräuter und Pflanzen. Die manchmal so unscheinbaren Wildblumen und Kräuter erzählen etwas vom Leben. Nehmt euch die Zeit und achtet auf ihre Bestimmung. Nehmt davon etwas mit in euren Alltag.

Verzehrt euch nicht im alltäglichen Einerlei, verzettelt euch nicht im du musst, du solltest, du könntest doch auch noch.

Sondern entfaltet einfach eure Blüten, so unscheinbar sie auch sein mögen.

Erkennt euch als Geschöpf Gottes in seinem großen Garten und das Leben als ein wunderbares Geschenk.

Amen.

KONTAKT

Haike Gleede

Arbeitsbereich in der Kirchenregion: 
Pastor/-innen
Haike
Gleede
Pastorin
Kirchstraße 6
27367
Horstedt
Tel.: 
(04288) 320
Do. 01.03.18
Jesus Christus spricht: Es ist vollbracht!
Monatsspruch
Jesus Christus spricht: Es ist vollbracht!

Jesus Christus spricht: Es ist vollbracht!
Joh 19,30 

KONTAKT
Mo. 01.01.18
Neujahrspredigt von Landesbischof Dr.…
Stadtkirchengemeinde…
Neujahrspredigt von Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm

Gott spricht: Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.

 

Liebe Gemeinde,

wie kostbar Wasser ist, merken wir manchmal erst, wenn es uns fehlt. Ich selbst erinnere mich an eine Bergtour im Sommer, bei der ich den Wasserbedarf in der Sommerhitze völlig unterschätzt habe. Nach vier Stunden Aufstieg war mein Wasservorrat schon fast aufgebraucht. Und beim Abstieg wurde der Durst immer größer, jeden Schluck habe ich bewusst genommen. Und irgendwann genau eingeteilt, um es bis unten zu schaffen. Wenn ich nicht Begleiter gehabt hätte, die mit mir geteilt hätten, wäre ich wahrscheinlich nicht gesund angekommen.

Diese Erfahrung hat sich mir eingeprägt. Immer wieder, wenn ich Wasser trinke, denke ich daran und danke Gott dafür, dass er uns das Wasser schenkt. Und ich verstehe, welch ungeheure Zusage in dem Satz steckt, den wir als Jahreslosung mit in dieses neue Jahr nehmen dürfen: Gott spricht: Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.

Denn schon unser körperliches Durstgefühl ist ja etwas ganz Grundlegendes. Erst recht das, was die Jahreslosung anspricht. Hier geht es um unseren Lebensdurst. Hier geht es um unsere ganze Existenz. Hier geht es um die Lebensquellen, die uns vor dem inneren Austrocknen bewahren.

Trinkwasser haben wir in unserem Land genug. Aber Quellen für die Seele fehlen uns. Woraus nähren wir uns? Das ist die vielleicht wichtigste Frage, wenn wir an diesem Tag in das neue Jahr 2018 gehen. Wir haben einige nachdenkliche Stimmen dazu gehört. Wir haben von dem Geschäftsmann gehört, der erst bei Sterben im Hospiz merkt, was er im Leben verpasst hat. Es ging immer nur um das Geschäft. Noch eine Filiale und noch mehr Arbeit. Ich habe - so stellt er dann traurig fest – „meine Kinder kaum gesehen und bin meiner Familie kaum begegnet.“

Wir haben von der Frau gehört, die sagt: ich will da nicht mehr mitmachen, beim Immer höher, immer schneller, immer weiter! Beim Immer-besser-werden-Müssen! Und wir haben von dem Clown gehört, der die Sehnsucht nach Leben überhaupt erst zu wecken versucht.

Aus welchen Quellen leben wir? Und welche Quelle kann unsere Sehnsucht wirklich stillen? Vielen Menschen geht es so, dass sie spüren: mit einem Leben, in dem der materielle und der berufliche Erfolg an erster Stelle stehen, verpassen wir das Eigentliche. Die Gesundheitsforscher sagen es schon lange: Ab einem bestimmten materiellen Niveau steigt die Lebenszufriedenheit nicht weiter an, wenn wir noch mehr haben. Die Zufriedenheit von Gesellschaften wird größer, wenn alle Menschen etwas vom Wohlstand haben. Auch die Reichen – so das erstaunliche Ergebnis der Forscher – sind dann zufriedener. Und die Glücksforscher sagen: Achten Sie auf Ihre sozialen Beziehungen! Kein schickes Auto und keine neue Couch kann die Liebe zwischen Menschen und die Gemeinschaft, die sie trägt, ersetzen!

Wir wissen das. Aber warum vergessen wir das so leicht? Weil die Erkenntnisse der Forscher und auch die entsprechenden Alltagserfahrungen vielleicht unseren Kopf, nicht aber die Seele erreichen. Deswegen ist der Satz der Jahreslosung so wichtig: Gott spricht: Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst. Es ist ein Satz, der nicht nur an der Oberfläche zu uns spricht. Es ist ein Satz, der unsere Sehnsucht aufnimmt. Es ist ein Satz, der die Seele erreicht. Echte Lebensquellen basieren nicht auf guten Ratschlägen oder auf ausgeklügelten Strategien zum positiven Denken. Echte Lebensquellen kommen von dem, der uns alle geschaffen hat, der die ganze Welt geschaffen hat, der dich und mich mit seiner Liebe anstrahlt, so dass wir diese Liebe in uns aufnehmen und irgendwann selber ausstrahlen.

Alles, was wir tun müssen, ist, uns dafür zu öffnen, auf die kraftvollen Worte Gottes zu hören, sie in uns aufzunehmen, darüber nachzudenken, ihnen nachzuspüren, im stillen Gebet oder der Meditation, uns selbst leer zu machen und die göttliche Energie in uns aufzunehmen, gemeinsam mit anderen zu singen und uns von der Musik das Herz öffnen zu lassen für das, was Gott uns sagen will. Manche nennen das „Spiritualität“. Ich mag auch das alte Wort „Frömmigkeit“. Ich verbinde damit nicht Bigotterie, religiösen Zwang oder Heuchelei, sondern eine religiöse Praxis, die zu so etwas wie einer Schule der Freiheit werden kann, einem Weg zu den Quellen des Lebens, der Tür zu einem Leben mit Gott, das wahr macht, was die Jahreslosung uns verspricht: Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.

Eine Neuentdeckung der Frömmigkeit öffnet uns den Blick auf die Fülle des Lebens. Das ist vielleicht das Wichtigste im Deutschland des Jahres 2018, einem reich gesegneten Land, in dem dennoch Knappheitsgefühle und Verlustangst überhand zu nehmen drohen.

Dass wir herausfinden aus dem Gefühl, zu kurz zu kommen. Und dass wir entdecken, aus welcher Fülle wir leben dürfen. Und die Fülle spüren, aus der wir leben dürfen.

An vielen Stellen spricht die Bibel von dieser Fülle: „Denn es hat Gott gefallen“, heißt es im Kolosserbrief (Kol 1,19), „alle Fülle in Jesus wohnen zu lassen.“ Johannes sagt: „Von seiner Fülle haben wir genommen Gnade um Gnade“ (Joh 1,16). Und Paulus spricht davon, wie die Erfahrung der Fülle uns offen macht für die Liebe zum Nächsten: „Gott aber kann machen, dass alle Gnade unter euch reichlich sei, damit ihr in allen Dingen allezeit volle Genüge habt und noch reich seid zu jedem guten Werk; wie geschrieben steht (…): »Er hat ausgestreut und den Armen gegeben; seine Gerechtigkeit bleibt in Ewigkeit.«“ (2. Kor 9,8f).

Manchmal sind es aber auch nicht Bibelworte, sondern Erfahrungen mit Menschen, die uns einen neuen Blick auf die Fülle und das Glück des Lebens gewähren..
Ich habe in den Tagen vor Weihnachten eine solche Erfahrung gemacht. Ich habe einen Menschen näher kennengelernt, der im Münchner Hauptbahnhof Straßenzeitungen verkauft. Sein Leben weist viele Brüche auf. Seinen ganzen Besitz hat er in ein paar Plastiktüten neben sich stehen. Die Nacht verbringt er jetzt im Winter an Orten im Bahnhof, wo es eine Wärmequelle gibt – oder in der Nachtlinie der Tram, die so lange fährt, dass ihn über Stunden niemand zwischendrin weckt. Er hat eine Monatskarte. Und als ich ihn frage: Können Sie so genügend schlafen?, antwortet er mir, fast überrascht über diese Frage: „Ja, klar! Ich komme zurecht!“ Er ist fest angestellt bei der Straßenzeitung und ist zufrieden. Er hat mir übrigens auch von Dresden erzählt, wo er geboren, aufgewachsen und zur Schule gegangen ist. Ich habe in dem ganzen Gespräch keine Klage gehört. Für mich war dieses Gespräch eine Schule der Demut.

Es gibt wahrhaft keinen Grund, Armut zu romantisieren, schon gar nicht, wenn man selbst dankbar für alle materielle Sorgenfreiheit ist. Aber nach der Begegnung mit diesem Mann am Münchner Hauptbahnhof habe ich immer wieder einmal darüber nachgedacht, wofür ich dankbar bin und was ich wirklich brauche, um zufrieden zu sein.

Der Satz von Dietrich Bonhoeffer, den wir vorhin gehört haben, hilft mir: „Es gibt erfülltes Leben trotz vieler unerfüllter Wünsche“. Der Satz stammt aus einem Brief an seinen Freund Eberhard Bethge vom 19. März 1944 aus dem Gefängnis. Immer wieder beeindruckt mich Bonhoeffers tiefe Frömmigkeit und sein mutiges Zeugnis im Widerstand gegen die Nationalsozialisten. Und ich glaube, dass es uns auch in unseren manchmal viel weniger dramatisch scheinenden Alltagsfragen helfen kann. In unseren Sehnsüchten und Wünschen immer wieder von neuem den Kontakt mit Gott zu suchen, all das, was uns bewegt, in Gottes Hand zu legen, zu spüren, dass Gott mit uns geht in den guten und in den schweren Zeiten, Frieden zu finden mit Gott und mit uns selbst, das ist erfülltes Leben.

Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst – sagt Gott. Und weist uns damit den Weg zu einem Leben mit den anderen, in dem niemand mehr zu kurz kommt, in dem wir, weil wir Zugang zum lebendigen Wasser finden, selbst zur Wasserquelle werden. „Wenn du in deiner Mitte niemand unterjochst“, sagt der Prophet Jesaja (Jes 58, 9-11), „und nicht mit Fingern zeigst und nicht übel redest, sondern den Hungrigen dein Herz finden lässt und den Elenden sättigst, dann wird dein Licht in der Finsternis aufgehen, und dein Dunkel wird sein wie der Mittag. Und der Herr wird dich immerdar führen und dich sättigen in der Dürre und dein Gebein stärken. Und du wirst sein wie ein bewässerter Garten und wie eine Wasserquelle, der es nie an Wasser fehlt.“

Das, liebe Gemeinde, ist die Vision, mit der wir in das Jahr 2018 gehen dürfen. Es wird Deutschland gut tun. Es wird der Welt gut tun. Es wird uns allen gut tun.
Und der Friede Gottes, der höher ist als alle unsere Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus. AMEN

 

Neujahrspredigt von Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm

1. Januar 2018 "Lebendiges Wasser"

Ev.-Luth. Frauenkirche Dresden

Quelle: https://rundfunk.evangelisch.de/kirche-im-tv/zdf-gottesdienst/lebendiges...

KONTAKT

Stadtkirchengemeinde Rotenburg - Gemeindebüro

Arbeitsbereich in der Kirchengemeinde: 
Kirchenbüro
Stadtkirchengemeinde Rotenburg
Gemeindebüro
Am Kirchhof 9
27356
Rotenburg (Wümme)
Tel.: 
(04261) 2927
Fax: 
(04261) 4516
Mobil: 
Öffnungszeiten: Di 10 - 12 Uhr, Mi 17 - 18 Uhr; Do 10 - 12 Uhr (das Kirchenbüro ist über einen Fahrstuhl barrierefrei zu erreichen)
So. 08.10.17
Herbst
Susanne Briese
Herbst

Es ist Herbst. Bunte Farben malen ein schönes Bild in die Bäume. Die Sonne lädt ein, das Laub beim Gehen aufzuwirbeln. Sanft fallen die Blätter und finden ihren Platz am Wege. Irgendwann werden sie vergehen, und Neues entsteht.

Romantisch wirkt dieses malerische Bild des bunten Herbstlaubes. Manche genießen diese Zeit, tauchen ein in die letzten wärmenden Sonnenstrahlen und in das bunte Bild der Wälder. Anderen werden die Gedanken jetzt schwer. Ihnen singt der Herbst vom Abschied, ihnen erzählen die fallenden Blätter Geschichten vom Sterben. Der Herbst erinnert daran, dass alles, was lebt, auch einmal gehen muss. Ein Gedicht von Rainer Maria Rilke beschreibt das so:

 

Die Blätter fallen, fallen wie von weit,
als welkten in den Himmeln ferne Gärten;
sie fallen mit verneinender Gebärde.

Und in den Nächten fällt die schwere Erde
aus allen Sternen in die Einsamkeit.

Wir alle fallen. Diese Hand da fällt.
Und sieh dir andre an: es ist in allen.
 

Die Sonntage der nächsten Wochen erinnern uns an unsere Toten. Trauer berührt das Herz aufs Neue. Und große Fragen bewegen manche unter uns: „Wie wird es sein, wenn ich einmal sterbe? Was wird von mir übrigbleiben? Und wie werde ich es ertragen können, wenn ein Mensch stirbt, den ich liebe?“

 

Draußen fallen die Blätter. Die Zeit vergeht. Und mit ihr auch wir. Das kommt uns nahe in diesen Tagen. Wer lebt, muss auch einmal gehen. Der Tod ist ein Bruder des Lebens. Auf Fragen nach dem Weg, der vor uns Menschen liegt, muss jeder eine eigene Antwort finden.

„Ich denke jetzt im Herbst an den Tod meines Mannes zurück. Das war kein schöner Herbst! Es war schwer, dass er schon sterben musste. Es hat sehr weh getan, so auseinander gerissen zu werden“ schreibt eine Frau, dessen Ehemann nach einer schweren Krankheit verstarb. „Aber da stand auch Vertrauen im Raum“, sagt sie, „einer ist da, der dich hält.“ Das Gedicht von Rainer Maria Rilke endet so:

„Und doch ist Einer, welcher dieses Fallen
unendlich sanft in seinen Händen hält.“

 

 

 

KONTAKT

Susanne Briese

Arbeitsbereiche im Kirchenkreis: 
Superintendentur
Susanne
Briese
Superintendentin
Goethestraße 20
27356
Rotenburg (Wümme)
Tel.: 
(04261) 63039-10
Fax: 
(04261) 63039-19
Di. 10.01.17
Ein neues Herz
Haike Gleede
Ein neues Herz

„Gott spricht: Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch.“ Jahreslosung aus Hesekiel 36,26

Liebe Gemeinde!

Hesekiel war ein außergewöhnlicher Prophet mit außergewöhnlichen Visionen in einer außergewöhnlichen Zeit – so las ich es in einem Buch zur Vorbereitung auf diese Predigt. Dieser Prophet berichtet in spannenden Bildern von seinen Begegnungen mit Gott.

Manche seiner Visionen sind bis heute noch nicht entschlüsselt wurden. Manche Wissenschaftler meinen sogar, Hesekiel schildere unter anderem die Landung eines Raumschiffes, als er über seine Berufung schreibt.

Es sind auf jeden Fall starke Bilder, in denen er Gottes Gegenwart fasst.

Bilder, die deutlich machen, Gott ist weit mehr als wir es jemals erfassen und in Worte fassen können.

Wir schreiben das Jahr 600 vor Christus. Als Priester Israels und Berater des Königs Jojachin zieht er mit in das babylonische Exil.  Der Krieg ist verloren, das Land besetzt.

Hesekiel lebt mit den Verbannten am Fluß Kebar, einem Kanal in Babylonien. Sie haben sich dort eingerichtet und es geht ihnen nicht schlecht, aber das Heimweh bleibt und die Sorge um die Zukunft.

In den ersten Jahren verkündet Hesekiel Gerichtsworte an sein Volk. Weil sie Gott nicht gehorchten, darum ist es zur Katastrophe gekommen.  Und es kommt noch schlimmer. 10 Jahre später belagert der babylonische Herrscher Nebukadnezar II. Jerusalem ein zweites Mal, vernichtete es endgültig, zerstörte auch den Tempel. Nun wurde auch der Rest der Bewohner in die Gefangenschaft nach Babylon geführt. Doch dann ändern sich die Weissagungen Hesekiels. Die Gerichtsworte galten nun den Babyloniern. Seinem eigenen Volk dagegen verkündete er, es werde eines Tages eine Rückkehr und den Wiederaufbau des Tempels geben. So verheißt er im Exil eine neue Zeit, eine Rückkehr in die Heimat, die verbunden ist mit einem neuen Leben und Denken.

Das neue Leben und Denken, von dem der Prophet spricht, ist also eine Gabe und Aufgabe gleichzeitig. Aus dieser Zeit stammt auch die Jahreslosung: Hes 36, 26

„Gott spricht: Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch.“

Das Wort Herz kommt im Alten Testament 858 Mal vor. Kaum etwas anderes scheint so wichtig zu sein wie das Herz.

 Des Klugen Herz sucht Erkenntnis, heißt es etwa im Buch der Sprüche (Spr 15,14) oder Das Herz des Weisen macht seinen Mund klug (Spr 16,23). Das Herz ist zwar auch der Ort des Gefühls, noch viel mehr aber der Ort des Denkens und der Erkenntnis.

Hes 36, 26

„Gott spricht: Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch.“

Für das Jahr 2017 erreicht uns diese Botschaft. Die Jahreslosung begleitet uns auf unserem Weg durch das neue Jahr.

Das Herz – mehr als nur ein Organ, das Blut durch unsere Adern pumpt. Viele Redewendungen machen deutlich, dass wir dem Herzen noch andere Eigenschaften zusprechen.

So wird es auch im neuen Jahr manches geben, was uns zu Herzen gehen wird, manchem ein Stein vom Herzen fallen, nachdem er sich ein Herz gefasst und sein Herz ausgeschüttet hat. Menschen werden ein Herz und eine Seele sein und andere sich das Herz brechen. Menschen werden sich ins Herz schließen, von Herzen grüßen und mit dem Herzen sehen. Andere werden ihr Herz verschließen oder gar herzlos handeln.

Viele Redewendungen zeigen, wie eng Leib und Seele, Herz und Geist zusammenhängen.

Und ja, auch heute sehnen sich Menschen nach einem Neuanfang, nach Heimat und Frieden.

Es liegen 2600 Jahre zwischen dem Propheten und uns. Die Geschichte scheint sich stetig zu wiederholen, immer wieder Krieg und Frieden, Liebe und Hass, die Macht Einzelner  gegen die Gemeinschaft, Egoismus gegen Nächstenliebe.

Und die Frage nach Gerechtigkeit. Werte wie soziale Gerechtigkeit, Nächstenliebe und Solidarität gelten nicht mehr viel.

So viele Terroranschläge wie niemals zuvor erschütterten uns in diesem Jahr.

Nach wie vor sind weltweit etwa 60 Millionen Menschen auf der Flucht vor Krieg, Verfolgung und Hunger.

 Wenn sich etwas ändern soll, dann geht das nur mit Gott.  Nur er kann ein neues Herz und einen neuen Geist geben. Das macht der Prophet deutlich:

Gott spricht: Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch.

Nichts anderes ist auch die Einsicht Martin Luthers: Der Mensch kann sich seine Gerechtigkeit nicht selber schaffen. Er wird aus Glauben und Gnade gerecht.

Nur Gott kann die Herzen und Geister verwandeln.

Der Schriftsteller Julien hat einmal gesagt: „Manchmal zerbricht Gott einem das Herz, um in das Herz zu gelangen.“

Vielleicht muss das gar nicht immer so sein. Ich wünsche mir ein Herz, in dem Gott Platz hat und einen Geist, der offen ist für neue Gedanken und Wege.

Sicher haben sie längst einen Kalender für 2017. Da stehen auch schon Termine drin, aber es gibt auch noch freie Tage, unverplant. Ganz egal, verplante oder freie Tage, ich lege sie alle in Gottes Hand, damit er sie segnet und mir dann ins Herz legt. Vielleicht muss ich manchen Plan verwerfen und umdenken. Vielleicht bringt mich gerade das dann Gott näher, wer weiß.

Gott spricht: Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch.

Amen.

KONTAKT

Haike Gleede

Arbeitsbereich in der Kirchenregion: 
Pastor/-innen
Haike
Gleede
Pastorin
Kirchstraße 6
27367
Horstedt
Tel.: 
(04288) 320
So. 08.01.17
Wochenspruch Sonntag, 08. Januar 2017 bis…
Wochenspruch
Wochenspruch Sonntag, 08. Januar 2017 bis Samstag, 14. Januar 2017

Die der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder. (Röm 8, 14)

Feiertag

1. Sonntag nach Epiphanias

Erklärung

Was bleibt von und was folgt der Geburt im Stall von Bethlehem? Das Fest Epiphanias, zu Deutsch Erscheinung, und die folgenden Sonntage gehen dieser Frage nach. Sie gehören noch zum Weihnachtsfestkreis.
Gott wird sichtbar in Jesus über die Grenzen Israels hinaus, sowohl in dem neugeborenen Kind als auch im herangewachsenen Mann. Davon handeln die Texte in den Gottesdiensten der Epiphaniaszeit: Gelehrte aus fernen Landen kommen, um den „neugeborenen König anzubeten“; während der Taufe Jesu (Evangelium am 1. Sonntag nach Epiphanias) und auf einem Berg im Beisein der engsten Freunde (Evangelium am letzten Sonntag der Epiphaniaszeit) vermacht Gott seine Kraft an Jesus: „Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe“; während einer Hochzeitsfeier in dem Dorf Kana setzt Jesus selbst das erste Zeichen dieser Kraft.

KONTAKT

Wochenspruch

Übernommen aus dem Kalenderblatt der internetseite der Landeskirche Hannover.
So. 11.12.16
Wochenspruch Sonntag, 11. Dezember 2016 bis…
Wochenspruch
Wochenspruch Sonntag, 11. Dezember 2016 bis Samstag, 17. Dezember 2016

Bereitet dem Herrn den Weg; denn siehe, der Herr kommt gewaltig! (Jes 40, 3.10)

Feiertag

3. Sonntag im Advent

Erklärung

„Bist du es, der da kommen soll?“, so die Frage von Johannes dem Täufer im Evangelium des 3. Sonntags im Advent. Die Antwort Jesu: Haltet Augen und Ohren offen, „Blinde sehen und Lahme gehen, Aussätzige werden rein und Taube hören, Tote stehen auf und Armen wird das Evangelium gepredigt“. In der Lesung aus dem ersten Testament verheißt der Prophet Jesaja den nach Babylon Verbannten: Bald wird der Herr Wege ebnen zurück in die Heimat, die zerstörte Stadt Jerusalem wird wieder neu aufblühen. Hinter den Fassaden der Wirklichkeit Gottes neues Welt zu erkennen und für sie zu leben, dazu ermuntert dieser Sonntag.

KONTAKT

Wochenspruch

Übernommen aus dem Kalenderblatt der internetseite der Landeskirche Hannover.
Mi. 30.11.16
„Mache dich auf und werde licht;
Haike Gleede
„Mache dich auf und werde licht;

 

„Mache dich auf und werde licht; denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des Herrn geht auf über dir!“ Jesaja 60, 1-2

Advent. Die Zeit der Kerzen hat begonnen, begleitet von Liedern und vom Duft der Kekse und dem Tannengrün. Advent feiern – inne halten. Das Licht begleitet uns.

Dazu habe ich ein Wort aus dem Propheten Jesaja ausgesucht: Jes 60

„Mache dich auf und werde licht; denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des Herrn geht auf über dir!“ Jesaja 60, 1-2

Vier Impulse für den Weg gibt der Text:

  1. Impuls: Mache dich auf!

Drei kurze Worte, die das Leben verändern. Mache dich auf – das heißt da macht sich einer auf den Weg, geht aus seinen alten Gewohnheiten und wagt einen neuen Schritt. Mache dich auf, das kann auch heißen: Öffne dich! Mach deine Tür weit auf, damit Gott in dich hineinziehen kann! Maria ist diesem Ruf gefolgt. Das junge Mädchen aus Nazareth verlobt sich mit dem Zimmermann Josef. Dann erreicht sie dieser Ruf: Mache dich auf! Sie öffnet sich dem Willen Gottes. Gebärerin und Mutter Jesu wir sie. Sie lässt sich ein auf den Weg mit Gott. Sie folgt seinem Ruf. Hochschwanger macht sie sich dann mit Josef auf den Weg nach Bethlehem.

  1. Impuls: Werde licht!

„licht“ klein geschrieben ist ein Eigenschaftswort: Werde licht oder werde hell, werde durchscheinend für Gottes Liebe.

Entzünden wir ein Licht, dann wird es hell. Je dunkler es ist, um so mehr wird es ihre Leuchtkraft entfalten.

Bei Paulus im 2. Kor heißt es:

„Denn Gott sprach: Licht soll aus der Finsternis hervorleuchten, der hat einen hellen Schein in unsere Herzen gegeben, dass durch uns entstünde die Erleuchtung zur Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes in dem Angesicht Jesu Christi.“

Wir tragen also den hellen Schein von Gottes Liebe in unseren Herzen.

  1. Impuls: denn dein Licht kommt.

Perspektivwechsel. Manchmal droht unser Licht zu verlöschen. Dann brauchen wir neues Feuer, das uns ansteckt. Das Licht ist schon auf dem Weg. Jesus kommt. Er ist das Licht der Welt, das die Herzen anfeuert.

Dein Licht kommt – damit bin ich ganz persönlich gemeint. Jede/r von uns. Das ist eine Ermutigung nicht aufzugeben. Mit dieser Zukunft im Herzen kann ich getrost in die Zukunft gehen. So wie Maria und Josef sich auf den Weg machten nach Bethlehem. Dort gab es keinen Raum in der Herberge. Eine aussichtslose Situation, beängstigend für eine Schwangere. Aber sie verzweifelt nicht und sie fanden schließlich eine Unterkunft: in einem Stall. Dort kommt Jesus zur Welt.

  1. Impuls: Und die Herrlichkeit des Herrn geht auf über dir.

Was für eine Zusage!

Am Ende eines jeden Gottesdienstes werden wir gesegnet mit den Worten: Der Herr lasse leuchten sein Angesicht über dir.

Die Heilige Gegenwart Gottes bekommt nun das Gesicht eines Neugeborenen, das in einer Krippe liegt.

Durch dieses Kind tritt der Glanz Gottes in die Welt. Jesu Angesicht leuchtet über uns und in uns. Gottes Gegenwart, Gottes Glanz ist da, ist sichtbar in der dunklen Welt. Aber nicht da, wo die Festbeleuchtung alles überstrahlt, sondern wo es dunkel ist – da erkennen wir Gottes Licht.

Dorothee Sölle hat einmal gesagt: „Die Bewegung der Liebe geht aus dem Geheimnis Gottes durch das menschliche Herz hindurch mitten in die Welt.“

Von Maria erzählt die Bibel, dass sie die Worte der Hirten und die Botschaft der Engel in ihrem Herzen bewegte.

Und dass wünsche ich uns auch. Dass wir Gottes Wort im Herzen bewegen, dass es uns von innen her erleuchtet und uns zum Strahlen bringt. Amen.

 

 

KONTAKT

Haike Gleede

Arbeitsbereiche im Kirchenkreis: 
Notfallseelsorge
Öffentlichkeitsarbeit
Arbeitsbereich in der Kirchengemeinde: 
Pastor/-innen
Arbeitsbereich in der Kirchenregion: 
Pastor/-innen
Haike
Gleede
Pastorin
Kirchstraße
27367
Horstedt
Tel.: 
(04288) 320
Fax: 
(04288) 1382
So. 05.06.16
Glücklich wer einen Garten hat!
Haike Gleede
Glücklich wer einen Garten hat!

Gott legte zuerst einen Garten an. Er schuf dem Menschen damit einen angenehmen Lebensraum. Nach dem Sündenfall wurde das Paradies zu einem Sehnsuchtsort.

Glücklich wer einen Garten hat! Es gibt nichts Schöneres als im Frühjahr die ersten Blumen und Kräuter sprießen zu sehen. Es ist einfach wunderbar, hier und da im Garten eine Beere zu naschen oder mal eben ein bisschen Schnittlauch, Dill oder Petersilie aus dem Garten zu holen für das Mittagessen. Manchmal, wenn ich lange gesessen habe, tut mir die Gartenarbeit richtig gut – hacken, jäten, pflanzen und säen – das macht den Kopf frei.

Ich greife die Erde mit meinen Händen und fühle mich gleichzeitig dem Himmel ganz nah. Ich spüre die schöpferische Kraft der Erde. „Man ist dem Herzen Gottes nirgendwo näher als in einem Garten.“ sagt ein Sprichwort.

Früher lebten die Menschen aus ihrem Garten, bauten Obst und Gemüse an. Die Ernte wurde eingemacht, eingekocht oder eingelegt als Vorrat für den Winter. „Im Schweiße deines Angesichtes sollst du dein Brot essen.“ – die existentielle Bedeutung dieses Bibelverses hat sich gewandelt. Heute ist es günstiger, das Gemüse zu kaufen und auch weniger aufwendig. Für die meisten ist es kaum noch vorstellbar, von dem, was sie ernten, leben zu müssen.

Der Garten ist eher ein Hobby und ein Ort der Erholung. Für manch einen wurde der Garten zum Lebenselixier, wenn er auch nicht mehr das Überleben sichert.

Bisweilen sind Menschen selbst wie Gärten. Sie wissen Rat, geben Trost und haben immer etwas, was sie einem anderen zustecken können.

„Und du wirst sein wie ein bewässerter Garten und wie eine Wasserquelle, der es nie an Wasser fehlt.“ So beschreibt der Prophet Jesaja einen zufriedenen Menschen, der mit Gott im Einklang lebt und für andere zu einem Segen wird.

Solche Menschen gibt es. Sie vermitteln etwas Beständiges, etwas Schöpferisches, etwas, was andere tröstet und inspiriert. „Man ist dem Herzen Gottes nirgendwo näher als in einem Garten.“ Darum: Glücklich, wer einen Garten hat!

 

KONTAKT

Haike Gleede

Arbeitsbereich in der Kirchenregion: 
Pastor/-innen
Haike
Gleede
Pastorin
Kirchstraße 6
27367
Horstedt
Tel.: 
(04288) 320
Di. 01.03.16
Jesus Christus spricht: Wie mich der Vater…
Monatsspruch
Jesus Christus spricht: Wie mich der Vater geliebt hat, so ........

Jesus Christus spricht: Wie mich der Vater geliebt hat, so habe auch ich euch geliebt. Bleibt in meiner Liebe! Joh 15,9

KONTAKT
Mo. 01.02.16
Wenn ihr beten wollt und ihr habt einem…
Monatsspruch
Wenn ihr beten wollt und ihr habt einem anderen etwas vorzuwerfen, dann vergebt ihm, damit auch euer Vater im Himmel euch eure Verfehlungen vergibt. Mk 11,25

Wenn ihr beten wollt und ihr habt einem anderen etwas

vorzuwerfen, dann vergebt ihm, damit auch euer Vater im

Himmel euch eure Verfehlungen vergibt. Mk 11,25

KONTAKT

Seiten