.... ein voller Erfolg

Über achtzig Frauen konnte das Ahauser Frauenfrühstücksteam im Gemeindehaus begrüßen.

Frauenfrühstück

Das Leiden der Angehörigen

Nach einem leckeren, herbstlichen Frühstück bekamen die Frauen einen Vortrag von Ina Welzel, Pastorin im Ruhestand, zu hören. Frau Welzel konnte aus ihrer langjährigen Erfahrung als Krankenhausseelsorgerin viel zum Thema Krankheit und das Leiden der Angehörigen erzählen.

So hat sie mehrere Thesen aufgestellt wie „Angehörige müssen stark sein“ und auch „Angehörige wollen stark sein“ . Aber die Krankheit verändert nicht nur die Patienten, sondern auch die Angehörigen. Oftmals werden sie sehr emotional und reagieren auf die Umwelt ganz anders als vorher. Denn Krankheit kränkt und gutgemeinte Ratschläge von Außenstehenden sind auch Schläge. So ging es bei dem Vortrag nicht um richtig oder falsch, sondern es sollten eventuelle Hilfestellungen vermittelt werden. Der häufig ausgesprochene Satz, melde dich, wenn du Hilfe brauchst, ist für die Angehörigen schnell vergessen. Wer wirklich helfen möchte, kann vielleicht verbindlich eine konkret formulierte Aufgabe übernehmen . Eine bestimmte Zeit dem Patienten Gesellschaft leisten, eine Gartenarbeit übernehmen wie Rasen mähen oder was sonst möglich ist.

Denn Angehörige überfordern sich schnell. Sie sind Betroffene einer Krankheit. Sie haben sie nicht, aber die Krankheit hat sie! Ihr Leben verändert sich plötzlich ungewollt. So müssen sie mehr Verantwortung übernehmen, dazu kommen die Ängste vor Verlust und finanzieller Art.

Daher sollten Angehörige sich weiterhin etwas eigene Zeit gönnen, auch wenn es ganz schwer fällt. So ist der Chorabend oder die Doppelkopfrunde eine Auszeit, die für die betreuende Person wichtig ist. Denn wer sich völlig isoliert, verliert auch manchmal den Kontakt zu Freunden und Bekannten. Diese Kontakte sind aber besonders wichtig, wenn es ans Abschiednehmen geht und die Trauerzeit beginnt.

Der Vortrag hat die anwesenden Frauen emotional sehr berührt. Viele haben diese Situationen schon erlebt und im Anschluss an das Referat berichteten sie von den eigenen Erfahrungen und Empfindungen.